Ein ganz gewöhnlicher Jude

Theaterstück für das Klassenzimmer

»Wir haben die gleiche Geschichte aber nicht die gleichen Geschichten. Obwohl es alles deutsche Geschichten sind.«

Das Stück

Ein Lehrer behan­delt das Thema Judentum im Sozialkundeunterricht. Er schreibt an die jüdi­sche Gemeinde, weil er ger­ne einen “jüdi­schen Mitbürger” zu einem Besuch in sei­ner Klasse ein­la­den möch­te. Der Brief wird an den Journalisten E. Goldfarb wei­ter­ge­ge­ben, er ist jemand, der ger­ne Geschichten erzählt…Goldfarb reagiert zunächst vol­ler Abwehr, und pole­mi­siert gegen die fal­sche poli­ti­cal cor­rec­t­ness, als die er das Ansinnen des Lehrers emp­fin­det. Dabei erzählt er eben doch sei­ne Geschichte, die Familien-Geschichte eines ganz gewöhn­li­chen Juden aus und in Deutschland.

Einige weni­ge Gegenstände sind die Erinnerungsträger, anhand derer sich erzäh­len lässt vom Überleben und vom Neuanfang des Vaters und vom Versuch, das Judentum abzu­le­gen, von der Schwierigkeit selbst als Vater sei­nen nicht­jü­di­schen Sohn anzu­neh­men. Er erzählt über jüdi­sche Gebräuche und Rituale, die ihm ver­traut sind und fremd zugleich, und spricht- unver­meid­lich- über sein Verhältnis zum Staate Israel: “Ich bin nur Emanuel Goldfarb. Ein ganz gewöhn­li­cher Jude. Der mit sei­nem Projekt, ein ganz gewöhn­li­cher Deutscher zu wer­den, kläg­lich geschei­tert ist.”

Das theaterpädagogische Konzept 

Wie erfah­re ich die Vergangenheit in der Gegenwart, jen­seits von Schwarzweißbildern und Gedenkveranstaltungen zum Holocaust? Unsere Produktion ist ein Dialog mit den jugend­li­chen Zuschauern an deren Arbeitsplatz: dem Klassenzimmer.

Wir schi­cken den Schauspieler Andreas Schmid als Emanuel Goldfarb in ein Klassenzimmer Ihrer Schule. Hier trifft er auf eine deut­sche Realität 2018 und begeg­net Christen, Muslimen, Juden, Atheisten. Sie alle leben in Deutschland — mit­ein­an­der?

Wir behan­deln im Sozialkundeunterricht gera­de die Juden”, schreibt ein gut­mei­nen­der Lehrer an eine jüdi­sche Gemeinde, “nun ken­ne ich lei­der kei­nen Juden per­sön­lich, und des­halb wäre es nett, wenn Sie mir einen vor­bei­schi­cken könn­ten, der den Schülern was erzählt.” Der Journalist Goldfarb lehnt ab. Warum? In unse­rer Inszenierung kommt er wütend in die Schule und prä­sen­tiert sei­ne Gründe mit Laptop und Projektor. Er berich­tet von sei­nen Erfahrungen als ein ganz gewöhn­li­cher Jude in Deutschland.

Das Aufeinandertreffen der ver­schie­de­nen Religionen in Deutschland und die zuneh­men­de Bedeutung von Religionsfragen (in Kombination mit natio­na­len Identitätsfragen) im öffent­li­chen Raum, ist der Ausgangspunkt der Inszenierung. Religiöse Rituale geben Sicherheit. Viele Jugendliche sind heu­te wie­der sehr auf­ge­schlos­sen gegen­über Glaubensinhalten, die noch vor Jahren als alt­mo­disch gal­ten. Religion stif­tet Identität und schafft Gemeinschaftserlebnisse. Sie birgt aber auch die Gefahr, anders- oder nicht gläu­bi­ge Menschen aus­zu­gren­zen. Fundamentalistischen Strömungen ist gemein­sam, dass sie sich über ande­re Religionen erhe­ben und ihre allei­ni­ge Gültigkeit behaup­ten. Toleranz bleibt unab­ding­ba­rer Grundwert einer huma­nis­ti­schen, demo­kra­ti­schen Erziehung.

Eine Kopiervorlage der päd­ago­gi­schen Mappe kön­nen Sie hier her­un­ter­la­den.

Ein ganz gewöhnlicher Jude von Charles Lewinsky

mit Andreas Schmid.
Inszenierung: Bastiane Franke.
Theaterpädagogik: Günay Köse
Aufführungsrechte: Verlag Jussenhoven & Fischer Köln.

Ein Theaterstück ab 15 Jahren.

»Ich bin nur Emanuel Goldfarb. Ein ganz gewöhnlicher Jude. Der mit seinem Projekt, ein ganz gewöhnlicher Deutscher zu werden, kläglich gescheitert ist.«

Mit freund­li­cher Unterstützung von: